Prost: ein Tag im Bier-Braukurs mit lernebrauen

Prost: ein Tag im Bier-Braukurs mit lernebrauen

Wenn man, wie ich, unter seniler Bettflucht leidet, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten zur Behandlung. In einem anderen Artikel habe ich Euch bereits den morgendlichen Besuch am Großmarkt Inzersdorf vorgestellt. Doch das kann man ja auch nicht jeden Tag machen und so ist es oftmals das Internet und seine unbegrenzten Weiten, die mir Gedankenflucht bieten. Das tat es auch vor rund zwei Jahren, als ich in den Nachtstunden, nach Beschäftigung stöbernd, auf der Startup-Plattform kickstarter.com „Brewie“ entdecke.

Brewie war die Idee von vier tschechischen Freunden, die eine vollautomatisierte Bierbrau-Maschine entwickeln wollten, die sich jeder in die Küche stellen könnte um zu Hause Bier zu machen. Mir gefiel die Idee und der Gedanke Bier genau nach meinem Geschmack machen zu können und nicht mehr auf die selben faden Einheitsgeschmacksflaschen aus dem Supermarkt angewiesen zu sein. Mit einigen hundert Euro unterstützte ich das Kickstarter-Projekt.

Dann verging viel Zeit - fast zwei Jahre. Hier und da verschickten die Burschen von Brewie ein Update und informierten wie es um die Entwicklung der Maschine stand. Manchmal gab es technische Probleme wie dem Zusammenspiel aus Heizplatte und Elektronik in späteren Updates gab es Selfies in Fabriken in Taiwan zu sehen. Dann bekam ich eine Benachrichtigung dass meine Maschine demnächst zugestellt würde…

Obwohl ich eine automatisierte Bierbraumaschine in Aussicht hat, dachte ich, müsste ich wissen, was darin eigentlich passiert. Das brachte mich zum Bierbraukurs von Matthias und seinen Freunden, die unter lernebrauen.at regelmäßig eintägige Kurse in Wien im Brick 5 anbieten.

Ich traf um 9 Uhr früh im Brick 5 ein. Eine überschauliche und gemütliche Gruppengröße von rund 15 Teilnehmer war schon anwesend. Die Veranstalter, neben Matthias, ein Team von vier Freunden, teilten bereits Bier aus. Nicht nur das Bier, sondern auch die praktischen Umhängeschilder, auf die der Name jedes Teilnehmers geschrieben wurde, um ein verlegenes „du da“ vermeiden zu müssen, waren ein guter Start in den Bierbrautag. In der ganzen „Brick 5“-Turnhalle waren Tische aufgestellt auf die Punsch-Kochtöpfe gestellt wurden. Wir fanden uns, wie wir es auf der Uni gelernt hatten, in Kleingruppen zusammen und umrundeten die Töpfe. Nach einer kurzen Einführung ging es dann auch schnell los. Malz wurde verteilt und mit einer händischen Malzmühle, die natürlich einen sehr hippen Vinatge-Flair verbreitete mahlte jede Gruppe ihre fünf Kilo Gerste. 

Glücklicherweise gab es, nach dieser doch ziemlich zachen Arbeit, bei der ich mir immer vorstellte ,dass es so sein musste bevor Menschen Strom hatten, wieder Bier zu trinken. Besonders gut gefiel mir, dass das Bier, das wir bekamen, von dem Kurs der im Monat davor stattgefunden hatte, hergestellt wurde und wir sozusagen den ganzen Tag über gleich probieren konnten was wir machen würden.

Das Braugeschehen selbst bestand dann hauptsächlich aus dem Kochen von dem gemahlenen Malz. Immer wieder musste gerührt, gewartet und dann wieder die Temperatur hochgedreht werden. Das lernebrauen-Team hatte die Wartezeiten aber ziemlich gut verplant. Neben ständigen Biernachschub, gab es beispielsweise einen theoretischen Grundkurs inkl. Bier-Verkostung. Dann gegen 13 Uhr gab es sogar ein Mittagessen - Veranstalter Matthias hatte seine Freundin am Vortag zum Chillikochen verpflichtet - und dann wurde weiter getrunken und nebenbei dem Malz beim Kochen zugesehen.

Irgendwann waren wir alle betrunken und das Bier war fertig. Der Tag war nicht nur lustig sondern auch lehrreich. Bereits eine Woche später versuche ich das Erlernte anzuwenden. Ob es gelungen ist kann ich noch nicht sagen, aber lustig war es auch im Selbstversuch.

Die Bauerin Froihofer am Kutschkermarkt

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Burger bei der Uni - Essen in the Burger Bar

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