Paremi Boulangerie Patisserie

Paremi Boulangerie Patisserie

"Warst du schon in der Patisserie in der Bäckerstraße?". In den letzten Wochen hat es kaum ein anderes Thema gegeben, als die neue Backstube Parémi. Menschenschlangen sollen sich bereits früh morgens bilden, um die Brötchen zu ergattern. Wer mittags kommt, der kommt zu spät. Alles weg.

Mit diesem Wissen und sehr großen Erwartungen ausgestattet haben wir uns kurz vor 7 Uhr in der Bäckerstraße getroffen. Minusgrade, leichter Schneeregen, ein leerer Magen und nach Koffein lechzend warte ich vor dem Eingang auf meine Begleitung. Durch große Fenster konnte ich schon munteres Treiben der Angestellten beobachten. Die ersten Croissants und Baguettes des Tages wurden in ihre Körbe gelegt. Eine junge Frau sortierte Brot ins Regal hinter der Theke und platzierte noch ein Goldkrönchen auf einem Kuchen in der Auslage. Die Kuchen waren also Meisterwerke, die gekrönt wurden. Die Spannung stieg und ich blickte sehnsüchtig durch die noch verschlossenen Tür und auf meine Uhr. In der offenen Backstube, hinten im Lokal, bewegten sich im passionierten Takt der Arbeit, die Patissiers zwischen Backrohr und Mehlsäcken umher. Ein Blech nach dem anderen wurde aus dem Ofen gezogen und dessen Erträge zum Tresen gebracht.

Wir waren inzwischen zu einer kleinen wartenden Menschenschlage angewachsen. Ein offensichtlicher Anwohner in kurzer Hose mit Hund, eine ältere Dame mit Stock, eine englischsprechende Familie und wir. Um Sieben war es endlich soweit und das Parémi sperrte seine Pforten auf. Drinnen angekommen erkannte ich schnell den Grund für die nicht abreißende Menschenschlagen, von denen mir erzählt wurde: es herrscht Selbstbedienung. Das scheint zu folgendem Problem zu führen. Jene Gäste, die sich das große Frühstück bestellen und Kaffee, Tee, Müsli und Kuchen nehmen, blockieren dann mal alles für jene die auch anstehen um eben nur ein Stück Brot fürs häusliche Frühstück zu kaufen.

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Nicht gerade günstig

Wir setzten uns an die wunderschöne Holztafel in der Mitte des Lokals. Dort ist Platz für etwa 12 Personen. Es waren dann zwar nicht so viele, aber zumindest die australische Touristen-Familie teile sich den Tisch mit uns. Der sprachlich gemischten Geräuschkulisse nach dürfte der frankophone Bäcker nicht nur ein neuer Hotspot bei Wienern, sondern auch im Touriguide sein.

Über die Bedienung gibt es nicht viel zu erzählen. Es gibt keine. Während wir in der langen Schlange am Tresen standen hatten wir genug Zeit zu überlegen, was wir nehmen wollten und entschieden uns dafür, uns an einer breiten Auswahl an Leckereien zu laben. Jede Praline war wie ein kleines Kunstwerk angerichtet. Ähnlich verhielt es sich auch mit dem Preis. Der entsprach mehr jenem einer Galerie in der Innenstadt, als dem einer Bäckerei.

Wir nahmen zwei Makronen (€ 6,20.-), eine Schüssel Müsli (€ 5,50.-), einen Schoko-Kuchen (€ 5,80,-), einen Schwarztee (€ 4,50.-) und einen Cappuccino (3,60.-). Obwohl mein Cappuccino die Grundvoraussetzungen für den perfekten Kaffee gehabt hätte (Marzocco Maschine und Röstung von Prem) war er ganz bitter und einfach nicht gut. Wir haben uns dann dem Schwarztee und unserem Müsli gewidmet. Das Müsli war naja, halt eine Schale Müsli. Wir haben schon mehrere Lokale besucht, bei denen wir vom Müsli ganz positiv überrascht waren, hier war es okay. So krieg ich es zu Hause auch hin.  

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Ganz außergewöhnlich

„Seht alle her, wir lassen das französische Mehl T65 extra einfliegen.“ Nach dem Motto scheinen mir die französischen Mehlsäcke in der Auslage des Lokals aufgestapelt zu sein. Ich finde das etwas unnötig, denn wem es bei Parémi schmeckt, der kommt auch ohne sowas etwas her. Die Kuchen und die Pralinen werden mit kleinen Fetzten von Gold verziert. Das hatte in den meisten Lokalen glücklicherweise schon vor einiger Zeit sein Ende gefunden. Im Parémi dauert das scheinbar noch ein wenig. Der Schoko-Kuchen, den ich probiert habe, schmeckte ganz außergewöhnlich. Der Zucker hatte sich gefühlt nicht aufgelöst und es gab überall kleine Zuckerkristalle. Trotzdem war der Kuchen überhaupt nicht süß. Denn die Schokolade war komisch. Sie schmeckte extrem bitter und wild nach Schokolade. Wir haben jeweils einen Bissen gegessen und den Kuchen stehen lassen. Es war das erste Mal, dass mir ein Kuchen in einer Patisserie überhaupt nicht schmeckte. Andere finden gerade diesen Kuchen vielleicht absolut fantastisch, weil er eben so ungewöhnlich ist, ich möchte fast sagen, er war grauslich. Meine Makrone schmeckte wie ein Giotto aus dem Supermarkt, nur dass sie eben € 3,10.- gekostet hat.

Fazit

Obwohl die Bäckerei super schön ist, werden wir nicht wieder hingehen. Wir finden die Preise nicht gerechtfertigt und das Parémi trifft leider nicht unseren Geschmack.  

Kontakt und Öffnungszeiten

Parémi

Bäckerstraße 10, 1010 Wien

Di.- Fr. 07-18 Uhr und Sa. 08-17 Uhr

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