Peter Pane: Burger aus dem Norden nun am Westbahnhof

Peter Pane: Burger aus dem Norden nun am Westbahnhof

Wir waren im ersten Österreichischen Ableger der deutschen Burgerkette Peter Pane. Warum du noch etwas warten solltest, bis du hingehst haben wir dir hier zusammengefasst.

Vor ein paar Wochen bekamen wir eine Einladung zur Eröffnung von Peter Pane, einer deutschen Burgerkette. Diese hat im Mai am oberen Ende der Mahü, bei Nr. 127, also kurz nach dem Westbahnhof, die erste Filiale in Wien aufgemacht. Investiert wurden knackige 1,5 Millionen Euro… Tja, dafür gibt es nun auf 670 Quadratmetern 350 Sitzplätze, einen ziemlich großen Gastgarten, und natürlich Burger soweit das Auge reicht. Soviel zu den Hardfacts.

 

Wir folgen dieser Einladung natürlich nur allzu gern, allein um zu sehen was 1,5 Millionen Euro Investition für Burger hervorbringen.

Durch Wien schlendernd und mich auf ein Essen freuend spüre ich leichte Skepsis als ich den, an einem schönen, alten Wiener Zinshaus angebrachten Schriftzug des „Peter Pane“ erblicke. Erinnert dieser doch etwas an ein in Wien häufig frequentiertes Wettlokal (also nicht von mir frequentiert, wo denkt ihr hin…Tstststs…). Vielleicht denkt man bei Peter Pane, dass wir Wiener das total geil finden. Zur Info: nein. Weder Wettlokale noch Autobahnraststätten konnten mich bisher mit ihrem Flair überzeugen. Jedoch lässt sich über Geschmack bekanntlich (nicht) streiten.

 

Ähnlich geht es mir auch mit dem Außenbereich. Dort treffen wir auf Peter Pane - Strandflaggen und überdimensionale Fotos von diversen Burgern. Diese wurden eher weniger elegant auf die Fassade geklatscht. Da kenn ich dezentere Burgerläden, aber naja, gut. Minimalismus scheint beim Peter nicht en vogue zu sein. Erster Eindruck hin oder her, ich bin immer noch hungrig und motiviert. Also von mir aus kann es los gehen.

 

Auf den Holzbänken im Gastgarten sitzt ein sehr gemischtes Publikum: junge Pärchen, eine Familie mit Kleinkindern, betagtere Herrschaften und ein paar Touristen. Die viertel Stunde, die es dauert, bis die Bedienungen auf uns aufmerksam wird, nutzen wir um die Karte zu studieren.

Avocado bis Ziege

Peter Pane bietet eine wirklich große Auswahl. Beim Anblick der unterschiedlichsten Bun-Sorten fühle ich mich fast wie in einer Bäckerei. Man hat die Wahl zwischen Sauerteig, Mehrkorn und Briochebrötchen. Doch dann geht es erst richtig los: von der Avocado bis hin zum Ziegenkäse können Rindfleisch, Hähnchen oder Vegetarische Pattys in 1400! unterschiedlichen Varianten kombiniert werden. Also nichts für Unentschlossene oder Entscheidungsverweigerer….

Regionalität aus dem Norden?

Zum Konzept der Burgerstube gehört auch, dass alle Zutaten regional sind. Mit der Region ist allerdings nicht das wunderschöne Österreich gemeint, sondern es handelt sich um die Heimat von Peter Pane: Deutschland. Das Fleisch wird zum Beispiel aus Schleswig -Holstein hierherkutschiert. In meinen Augen eher sinnfrei, wo doch mit der Regionalität der Produkte geworben wird. Ich kann nicht nachvollziehen warum man ein Patty 900 km quer durchs Land transportiert, um es dann in Wien, am Westbahnhof in einen Burger zu platzieren. Denselben Transportweg durchlaufen alle Produkte, die in einem Peter Pane  - Burger landen. Die Brötchen werden irgendwo in Norddeutschland gebacken, die Saucen werden in einer „Manufaktur“ in Deutschland gemacht und so tragen eigentlich alle Zutaten einen traurigen ökologischen Fußabdruck mit sich. Im Nachhinein dachte ich, es wäre besser gewesen, ich hätte die Karte nicht so lange studiert. Mir wären diese Details wahrscheinlich nicht aufgefallen. Aber ich will die Augen nicht vor der Realität verschließen. Trotzdem bleibt ein schaler Nachgeschmack.

Zurück zum Essen:  wir bestellen einen „Bernsteiner“ mit Brioche Brötchen (€ 7,80.-), einen „Lagerfeuer“ mit Sauerteigbrötchen (€8,90.-), eine Portion Fritten mit Cheddar-Jalapeno-Sauce (€6,90.-) und zwei hausgemachte Getränke um jeweils €4,90.-.

Burger bei Peter Pane

Fazit

Peter Pane wirbt auf einer ganzen Seite der Karte mit Tradition und Regionalität. Da die Produkte aus Deutschland stammen ist zumindest die Regionalität meiner Meinung nach Auslegungssache (beziehungsweise ziemlich weit hergeholt). Unser Besuch bei Peter Pane ließ mich keine Freudensprünge vor Begeisterung machen (ja, das kommt vor 😊). Die Bedienung war unaufmerksam, langsam, und  konnte uns nicht sagen, woraus sich die Saucen zusammensetzen. Die hausgemachten Limonaden um €4,90.- waren ein Sirup mit Sodawasser, für den Preis absolut unangemessen. Die Burger waren kalt und geschmacklos. Die Fritten waren das Einzige, das uns wirklich schmeckte, denn sogar die verheißungsvolle Cheddar-Jalapeno-Sauce wurde nur einmal anprobiert und dann stehen gelassen.

 

Natürlich ist unser Erlebnis eine Momentaufnahme kurz nach der Eröffnung und es wird sich sicherlich einiges verbessern (hoffentlich). Jeder hat eine zweite Chance verdient, darum, lieber Peter, wir kommen wieder, streng dich an, und vielleicht nimmst du mal Kontakt mit regionalen, österreichischen Bauern auf.


Kontakt und Öffnungszeiten

Peter Pane Burgergrill & Bar
Mariahilferstraße 127, 1060 Wien

Öffnungszeiten
Mo bis So: 11 Uhr - Ende offen

 

 

 

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