Ein Wiederbesuch im Café Nil

Ein Wiederbesuch im Café Nil

Vor fünfzehn Jahren war die Auswahl an Lokalen in der Siebensterngasse noch nicht das, was sie heute ist. Einer der damaligen hippsten Plätze war für uns das Café Nil. Alle paar Tage haben wir uns im Nil in der Siebensterngasse 39 getroffen. Das Nil war perfekt. Neben recht guten Kaffee gab es super Tee und immer ein paar Backgammons, die hervorragend zur Beschäftigung in der vorlesungsfreien Zeit dienten. Das Café Nil hatte seinem Namen auch wirklich alle Ehre gemacht: es wurde nach der damals unter den hippen Leuten beliebten Zigarettenmarke "Nil" benannt. Im Café Nil wurde viel geraucht, philosophiert und es gab auch Lesungen und kleine Bandauftritte.

Nach und nach veränderte sich in den letzten Jahren die Gegend und es tauchten immer weitere hippe Lokale rund ums Nil auf. Das ägyptische Café blieb standhaft und unverändert. Dann aber wurde irgendwann die Zigarettenmarke eingestellt, es kam zu einem allgemeinen Rauchverbot und das nach ihr benannte Lokal verlor immer mehr an Reiz. 

Ein Wiederbesuch im Café Nil

Nun haben wir am Wochenende das Café Nil erstmals seit Jahren wieder besucht. Was mich total erstaunt hat war, dass sich in zehn Jahren absolut nichts verändert hat. Es gab die selben unbequemen Holzsessel wie früher, die selben kleinen Steintische und eine scheinbar durch die selbe Schule wie die damals gegangene, extrem langsame, Bedienung. Sogar Backgammon und Zeitungen waren noch am selben Ort wie "immer".

Statt Zigaretten Grüntee und Linsensuppe

Das Nil war ganz gut besucht. An manchen Tischen saßen Pärchen und direket an unserem Nachbartisch ein junges Mädchen, das in ihre Laptoptasten hackte. Vereinzelt gab es ein paar Zeitungsleser. Aus Mangel an Nikotin haben wir uns zum Essen entschieden, uns einen Grüntee sowie eine hausgemachte Limetten-Limonade zu trinken genommen und uns genauer mit der restlichen Karte befasst. Auch die war unverändert geblieben; Laminat übersteht eben die Zeit. Da wir ziemlich hungrig waren, nahmen wir ein "Arabisches Frühstück" bestehend aus Brot, Hommos, Falafel, Feta, Tzatziki, Oliven und Salat um € 9,50,- und eine Linsensuppe um € 3,40,-.

Nach etwa 20 Minuten kam das Essen: ein Teller, auf dem ziemlich lieblos zwei Falafel, drei Oliven und ein paar Brocken Feta-Käse neben einem Salat-Hommos-Sumpf platziert waren. Die Linsensuppe glänzte, aber nicht nur durch ihre vollständige Geschmacklosigkeit, sondern durch das gefühlte Glas Olivenöl, das vor dem Servieren drüber gekippt wurde.

Wirklich gemütlich ist es im Café Nil nie gewesen. Das Essen finde ich jetzt ungenießbar und Bedienung zermürbend langsam. Die Auswahl an gemütlichen Lokalen mit guten Essen und freundlicher Bedienung ist sonst in der Siebensterngasse nicht zu unterschätzen. Mir fällt auch bei langem Nachdenken kein Grund ein, bald wieder ins Nil zu gehen. Aber vielleicht wieder mal in zehn Jahren...  

Kontakt und Öffnungszeiten

Café Nil

Siebensterngasse 39
A-1070 Wien
Tel 01/5266165
Mail office@cafenil.at
Täglich von 10 bis 24h
 

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