Kylo in der Urania: Lieber Sternderl schaun als Essengehn

Kylo in der Urania: Lieber Sternderl schaun als Essengehn

Im Herbst letzten Jahres wurde die „URANIA-CAFE-BAR“ im Ersten Bezirk einem Relaunch unterzogen. Mit großen Ambitionen sind Manfred Pschaid und Andreas Nigitz an das Projekt herangetreten. Dem nicht wirklich beliebten Laden sollte ein zeitgemäßer Anstrich verpasst werden.

Neuer Name, neuer Lifestyle: Das „Klyo“ bietet ausschließlich gesunde, selbstgemachte Speisen, Getränke und Säfte vom Bauernhof. Das Lokal wurde renoviert. Es gibt eine fesche Wandbemalung und kunstvolle Deckenlampen, ganz in der Hoffnung damit das hippe, junge Volk anzulocken.

Verbrannt im Sonnenschein

Bei unserem Besuch an einem sonnigen Nachmittag wollen wir uns das neue Klyo genau ansehen. Voller Elan marschieren wir ein und müssen erstmal warten: „you will be seated" teilt uns nicht nur ein Schild, sondern auch die Bedienung mit. Der Kellner lässt uns dann, quasi als Amuse Gueule, eine viertel Stunde lang an seinem sehr intensiven, telefonischen Beziehungsgespräch teilhaben, bevor er uns zur Terrasse begleitet.

Die ist dann beinahe völlig leer und ich bin mir sicher, wir hätten auch ohne Begleitung ein für uns passendes Plätzchen gefunden.  Der Ausblick, den wir auf der Terrasse genießen, besänftigt unsere Gemüter wieder. Der Donaukanal, die Sonne und das Gefühl der Stadt ein wenig entflohen zu sein hebt die Stimmung und regt auch unseren Appetit an.

Wir bestellen uns Pancakes mit frischen Beeren und Ahornsirup (€7,40.-) und ein Brötchen mit Blattspinat, pochiertem Ei und Schinken (€10,20,-), dazu eine hausgemachte Grapefruit-Basilikum-Limo (€4,90,-), und Cappuccino (€3,80.-) von Afro Coffee. Nach zwanzig Minuten kommen unsere Getränke. Die Limonade entspricht leider nicht den Erwartungen, ist einfach ein recht geschmackloser, verhältnismäßig teurer, Saft. Der Afro-Kaffee wird nicht mein Lieblingskaffee, ansonsten gibt es daran aber nichts auszusetzen.

Pancakes im Klyo

Eine weitere viertel Stunde später kommt dann unser Frühstück und sieht wirklich super aus. Leider sind die Pancakes komplett verbrannt und wir können sie nur kosten. Also widmen wir uns dem Brot. Beim pochierten Ei ist scheinbar zu viel Essig ins Kochwasser gekommen. Es ist so essiggeschwängert, dass das ganze Brötchen ungenießbar ist. Als wir den Kellner mit den Problemen konfrontieren, bietet er uns ein Glas Prosecco als Entschädigung an. Nachdem wir inzwischen mehr als eine Stunde im Klyo verweilen und nichts an dem Erlebnis wirklich erfreulich ist, vergeht mir die Lust noch länger zu bleiben. Also bezahlen wir (den vollen Preis!) und gehen.

Fazit

Das Klyo hat viele Möglichkeiten, von denen andere Läden nur träumen können. Es liegt im Ersten Bezirk, direkt am Donaukanal, ist mit einer Dachterrasse ausgestattet, die einen wunderschönen Ausblick bietet. Eine wirklich solide Basis, doch das hilft alles nichts, wenn der Rest nicht passt. Weder das farbliche Update, noch die Aufwertung des Lokals durch aufwändigere Innendekoration kann gegen die bestandene Grundproblematik des Ladens angehen: es bleibt immer noch ein schaler „Ich-sitz-in-einem-Büro“-Nachgeschmack. Die Tischzuweisung empfinde ich persönlich als Frotzelei. Erstens sollte diese gehobeneren Lokalen vorbehalten bleiben, zweitens war der Laden komplett leer. Vielleicht versucht man damit ein Gefühl von Exklusivität zu erzeugen, bei mir ging der Schuss allerdings nach hinten los.

Unser Essen mussten wir komplett zurückschicken und auch ein Glas Prosecco konnte das nicht wieder gut machen. Uns wird das Klyo nicht mehr so schnell wiedersehen und darum kann ich es auch nicht guten Gewissens weiterempfehlen.

Kontakt und Öffnungszeiten

Klyo

Uraniastraße 1, 1010 Wien, Täglich 09:00 – 01:00

 

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