Japanisch im Okra-Beisl: mehr als Eitrige mit Bugl

Japanisch im Okra-Beisl: mehr als Eitrige mit Bugl

Nicht all zu weit vom Karmelitermarkt entfernt, an der Ecke Leopoldsgasse/Kleine Pfarrgasse, betreibtWolfgang Krivanec sein japanisches Lokal „Okra Izakaya“. "Izakaya" ist ja das japanische Wort für Beisl. Also genauer gesagt, Sake-Beisl. In der Erwartung auch im Beisl einen kleinen Snack zu bekommen, waren wir letzten Freitag dort zu Besuch.

Von Außen ist das Okra eher unauffällig. Ich würde sogar sagen, man würde einfach daran vorbeigehen, wenn man nicht Google Maps oder, wie ich eine Begleitung hat, die genau weiß, wo es liegt.

Wir waren so spät am Abend unterwegs, dass es meiner Kamera nicht möglich war, ein schönes Bild von außen zu machen, aber wie gesagt, an der Fassade hat man nichts verpasst.

Japan-Style

Anders ist es drinnen. Das Okra ist so klein, dass ich mich gleich ganz japanisch gefühlt habe. Zehn Tische, die ganz nahe beisammen stehen. So versteht man auch wirklich jedes Wort vom Nachbartisch und ist teilweise ins Gespräch verwickelt. Das ist kommunikativ und sozial. Unsere Tischnachbarn waren in heftige politische Diskussionen verwickelt. So etwas ist grundsätzlich zu begrüßen, kann aber auch etwas anstrengend sein, wenn man ungewollt Teil einer Unterhaltung wird und nichts dazu beitragen kann. 

Auf Deko wurde im Okra großteils verzichtet. Nur ein paar generische Japan-Bilder zieren die Wände. Sonst aber ist alles japanisch-minimalistisch belassen. 

Als wir reinkamen hantierte Herr Krivanec persönlich zusammen mit zwei Kollegen vor seinem Robata-Grill. Erstaunlicherweise haben wir gleich ohne Reservierung einen Platz bekommen. Ich fühlte mich wie ein europäischer Elefant, als ich mich durch den engen Spalt zwischen den Tischen durchdrückte, um zu meinem Platz zu gelangen. Dann war es aber auch sehr familiär, als Herr Krivanec schnell zu unserem Tisch eilte, uns begrüßte und den Tisch abwischte.

Überforderung

Eine freundliche Bedienung brachte uns die Karte. Die war mir viel zu groß und etwas unübersichtlich. Es gibt eigene Bereiche mit Ramen, Sushi, Maki, Sashimi und zu allem Überfluss noch eine große Auswahl an anderen Gerichten mit Schwein, Ente, Fisch und eigentlich allem.

Nachdem die Bedienung dann das dritte Mal bei uns war und wir uns nicht entschieden hatten, schien sie etwas verzweifelt und rief um Hilfe. Herr Krivanec kam. Glücklicherweise konnten wir im Teamwork eine Lösung für unsere komplette Überforderung finden. Im Okra werden auch Menüs angeboten: Um € 38.- bekommt man ein vier-Gang Menü, bei dem man zu zweit eigentlich alles probieren kann. Und das nahmen wir.

So klein und doch so viel

Was dann folgte war etwas mehr als wir uns erwartet hatten. Ich verrate aber gleich vorweg: alles war gut. Über die nächsten zwei Stunden hinweg kam die Bedienung immer wieder mit einer neuen Speise an unseren Tisch. Zuerst erklärte sie uns ganz genau, was es denn nun eigentlich geben würde und woher die Zutaten gekommen waren (ich habe mir nichts davon gemerkt). Sagen kann ich aber, dass alles gut geschmeckt hat. Im letzten Jahr war ich in Japan und tatsächlich hat mich das Essen im Okra sehr an richtig japanisches erinnert. Bekommen haben Sushi und Sashimi, Suppen und Fleischspeisen, Melanzanis und leckeren Reis. Es war alles ganz fein abgeschmeckt und extrem gut zubereitet. Da ich mir schwer tue, die Speisen genauer zu beschreiben, hier eine Auswahl an Bildern:

Sashimi im Orka
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Sushi im Orka
Suppe im ORka
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Fazit

Nicht nur verglichen mit einer Maxi Box beim Natsu-Sushi ist das Okra etwas teurer. Wir haben zu zweit hundert Euro ausgegeben. Das ist schon etwas mehr als sonst. Das Essen hat wirklich geschmeckt und mich an Japan erinnert. Aber so gut war es nicht, dass es den doch deutlich höheren Preis rechtfertigt. Hingehen kann man auf jeden Fall und wenn mich jemand fragt, würde es jedem empfehlen. 

Kontakt und Öffnungszeiten

Okra
Kleine Pfarrgasse 1, 1020 Wien, Di-Sa 18-23 Uhr

Ulrich rollt die Augen

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