Na dann mal auf ins "said the butcher to the cow"

Na dann mal auf ins "said the butcher to the cow"

Die Steak Fries waren lauwarm, dementsprechend hatte sich das Frittierfett schon abgesetzt. Die Oberfläche der Pommes war daher leider etwas fett-matschig. Wie unser Eindruck sonst noch war kannst du hier lesen

Viel hatte ich über den Burger-Laden „said the butcher to the cow“ gehört. Alle Arten von Meinungen, von eher sehr mäßig bis zu, dass es die besten Burger Wiens dort geben sollte... 
Einen Platz zu bekommen war nicht einfach. Wenn wir wussten, wir hatten Zeit und Burger-Hunger teile uns das Online-Reservierungs-Tool über Wochen hinweg mit, dass der Butcher schon genug zu tun hätte. Aber dann endlich war es mal geschafft: wir bekamen einen Platz. Durch die lange Wartezeit war die Spannung also umso größer. Die Website hatte ich ausführlich studiert. Geile vintage Grafiken von Wurst und Fleisch und der Butcher selbst balanciert im 20er Jahre Artisten-Outfit auf der Wurstkette umher.

Wenn der Alt-Wiener Fleischhauer zum hippen Butcher wird

Am Burgring Nr. 11 angekommen sah man schon durch die großen Glasfenster des Lokals, dass das Einrichtungs-Konzept des Lokals wenig bis gar nichts mit der Website zu tun hatte. Okay in einer Ecke sind ein paar Schnüre mit symbolischen Fleisch-Hacken gespannt die als Garderobe dienen, es hängt eine Wurst versteckt an einer Wand und ein Butcher-Pin-Up glotzt durch eine Glaswand. Jedoch bis auf diese Details, die man fast aufmerksam suchen muss, ist der Laden groß, leer und sehr fad eingerichtet. Schade. 

Wir hatten einen ganz netten Platz direkt in der Auslage des Restaurants. Nicht ganz so modern wie der Rest des Ladens waren die Plastik-Auslagen-Fenster durch die man auf den Ring blicken konnte. Jedoch waren wir ja eh wegen der Burger gekommen. 

Die Bedienung war vom Reinkommen an, bis zum Verlassen des Ladens sehr freundlich was uns beiden positiv aufgefallen ist. Die Frau Ober musste, nachdem sie uns die Karte gegeben hatte, mehrmals zu und an den Tisch kommen, weil ich von der Karte mehr als überfordert war.

Burger tummelten sich eigentlich nur auf einer Seite, aber was wir vor uns hatten war eine Art Brockhaus-an-Gin-Auflistungen. Weder wusste ich wo ich anfangen sollte, noch konnte ich ein Ende finden.

Glücklicherweise gab es auch, ganz hinten in der Karte, gut versteckt, zwei Bio-Säfte, Wasser und Soda-Zitron. Wir nahmen Alles was die Karte an Antialkoholischen-Getränken bat und teilten uns ein Glas Wein. Zuvor kannte ich die Schäfer-Bio-Säfte nicht, muss aber sagen dass sie wirklich super lecker sind und ich sie ab nun immer wieder kaufen werde wenn sie mir über die Karte laufen.  

Wir einigten uns auf einen Chicken-Teriyaki-Burger (€12,80,-) und einen Surf ’n’ Turf-Burger (€19,80,-) wobei wir den einen mit Steak Fries und den anderen mit Rosemary Hashbrowns bestellten. Dafür dass das Fleisch nicht Bio ist sondern vom eigentlichen nicht Bio-Butcher Hoedl stammt, und auch die drei Garnelen auf dem Surf ’n’ Turf-Burger aus Fisherman Hofers Tiefkühltruhe waren muss ich sagen dass ich diesbezüglich etwas vom Preis überrascht war. 

"Burger hier nur mit Besteck"

Der Surf ’n’ Turf-Burger kam mit einer Schale Steak Fries und einem etwas undefinierbarem roten Dip. Die Steak Fries waren lauwarm, dementsprechend hatte sich das Frittierfett schon abgesetzt. Die Oberfläche der Pommes war daher leider etwas fett-matschig. In der roten Dip-Sauce waren kleine Gemüsestücke verarbeitet. Blöderweise war der Dip so dünnflüssig, dass er immer gleich von den Fries abtropfte. Der Surf ’n’ Turf-Burger war eindeutig nicht dazu gemacht als Burger, mit den Händen gegessen zu werden. Wahrscheinlich hatte der Butcher deshalb zur Sicherheit schon Messer und Gabel bereit gelegt.

Beim Servieren schauten mir nämlich drei traurige "Black-Tiger-Garnelen" vom Gipfel des Burger Turms aus entgegen. Sie hatten es aber auf der erklommenen Spitze nicht so kalt wie man annehmen möchte. Denn sie mussten ihre Schwanz-Schal(e) vor dieser Besteigung nicht ablegen. Dieser Striptease wurde nämlich mir überlassen. So konnte mein Mund dann eben nicht zum gemeinsamen Surfstrand für Rindvieh und Garnelenviech werden. Die Garnelen wollten ja erst noch aus der Schwanz-Schale gepult werden und waren dann ja schon alleine im Munde.

Was dann zurückblieb war ein Burgerbun mit etwas Jungzwiebel-Abschnitt und einem Rindfleisch-Patty. Das Burgerbun war wirklich lecker. Leider wurde es innenseitig nicht getoastet und war kalt. Das Rindfleisch-Patty selbst war für uns einfach ein etwas zu fester Patty-Genosse. Im Munde zergehen wollte das Patty nicht, denn es wollte mal gut durchgekaut werden. Dafür hatte aber leider kaum Eigengeschmack um diesem Zeitvertreib mehr Spannung zu verleihen.

Chicken-Teriyaki-Ungetüm

Der Chicken-Teriyaki-Burger kam mit Rosmarin-Kartoffelpuffern und zwei Dips. Die Puffer waren wie die Pommes ebenfalls lauwarm schmeckten aber ganz gut. Die beiden Dips konnten uns nicht überzeugen fühlten sich aber nicht so sehr vernachlässigt da ihnen der dritte Dip beim "Warten-Aufs-Abservieren" Gesellschaft leistete.

Im Burgerbun war etwas Chilli verarbeitet, wodurch auch dieses sehr gut schmeckte. Das Burgerbun hatte anscheinend auch diesmal eine Runde "Hide und Seek" gegen die Grillplatte erfolgreich gewonnen. Das Bun war kalt und hatte sich, wie man an der trockenen Innenseite merke offensichtlich in der Küche vor dem Toaster verstecken können. Die Präsentation des Chicken-Teriyaki-Burger war erstaunlich. Es war eben ein Stück Brot (burgerbun) drauf Salat und Paradeiser und dann drei riesen Stücke Händel die man in Teriyaki-Sauce ertränkt hatte. Hier musste ebenfalls mit Messer und Gabel Hand angelegt werden um die obersten Fleischberge zu bewältigen. Geschmacklich war dieses Händel-Teriyaki-Fleisch-Ungetüm gut. Es hat uns auch besser geschmeckt als der Turf-ohne-Surf-Burger aber war auch eher mäßig und wurde nach Bekämpfung des halben Dings auch zurückgelassen.

Die Musik die uns im Butcher den Abend über begleitete hatte auch uns in den ersten Minuten in denen wir dort waren gut gefallen. Anfangs beeilten wir uns noch schnell auf Shazam herauszufinden was denn hier gespielt würde, doch nach einer halben Stunde, in der wir die gleichen vier Lieder immer wieder gehört hatten war sowohl geklärt welche Lieder es waren, als auch dass wir sie nicht mehr sobald hören wollten.

Nach mehr als zwei Stunden, als wir dann das Lokal verließen, waren wir uns übrigens sicher dass es im Butcher nur eine CD gibt.

"said the butcher to the cow" - Das Fleischflüstern gelingt dem Butcher trotz hohen Preises leider nicht. Wir werden eher nicht mehr hingehen und schließen uns meinen Freunden an, die meinten, dass ich mich nach einem Besuch nur ärgern würde.

Kontakt und Öffnungszeiten:

Said The Butcher To The Cow

Opernring 11, 1010 Wien
Telefon: +43 1 5356969
Office@butcher-cow.at
Di bis Mi. 17:00–01:00
Do bis Sa. 17:00–02:00

Koffeintanke am Karmelitermarkt - die Kaffeestation

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