Wenn Oma Servietten faltet und der Enkel die Burger macht: Spear

Wenn Oma Servietten faltet und der Enkel die Burger macht: Spear

Je blinkender das Neonschild, desto weniger ansprechend ist es für die Bewohner des Siebenten Bezirks und so hat sich in den letzten Jahren glücklicherweise ein gewisser Auslagenminimalismus zu entwickeln begonnen. In der Neubaugasse jedoch buhlt einer neben dem anderen um die Aufmerksamkeit des vorbeistreifenden Bobos. Wie man diesen nun von der Straße zu sich rein holt, zeigt das Spear, das im Kontrast zu all dem buntem Rundherum einfach mal die Fassade schwarz angemalt hat. Die Leichenwagenfarbe ist da jedenfalls ein Hingucker. 

Schwarz-Gold Bling Bling

Beim Eintreten in das (Bar, Café-)Restaurant „Spear“ in der Neubaugasse 15 im Siebenten ist es - wie die Auslage auch - etwas dunkel. Die große schwarze Holz-Theke verstärkt das Dunkelheitsgefühl noch etwas. Beleuchtet wird das Lokal von schmalen Zylinderlampen die von der Decke baumeln. Über die ganze Decke sind goldene Mosaik-Fließen angebracht. Diese sind ziemlich beeindruckend und bieten auch Panorama für tolle Fotos. Wir sind freundlich begrüßt worden und in den hinteren Bereich des Lokals gegangen wo auch eine Wand in Goldfließen eigedeckt war. 

Eine Oma im Serviettenberg

Eingebettet in unzähligen Servietten an einem kleinen Tischchen, im hinteren Bereich des Lokals, fiel mir eine etwas rüstigere Dame auf, die fließig eine Serviette nach der anderen von ihrer ursprünglichen quadratischen Form befreite und ihr zu einem Dreckeck verhalf. Auf Nachfrage hin wurde mir erklärt dass es sich um Oma handelte die alle paar Tage vorbeikäme um zu helfen. 

Geruch vom Klo mach nicht froh

Oma am Nachbartisch war dann etwas symbolisch für unseren Eindruck vom Zustand des Lokals. So dürfte es seine Blüte-Zeit schon hinter sich gelassen haben und bräuchte nun im Alter das eine oder andere Service, das ihm bislang verwehrt geblieben war. Der Polster auf meinem Sessel hatte - ohne dass ich überhaupt eine Probierplatte bestellen musste - viele  Essensreserven meiner Vorgänger gesammelt. Davon konnte ich dann auf meiner Hose gratis welche mit Heim nehmen. Sehr praktisch schien auch dass sich, passend zum Design des Ladens die Palstik-Verkleidungen der Lüftungsschlitze in der Wand durch Schmutz schwarz zu färben begonnen hatten. Die Stimulation aller Sinne, insbesondere des Geruchssinns ist im Spear von großer Bedeutung. Andere Lokale versuchen mit Düften aus der Küche ihre Gäste zu betören, wohingegen das Spear darauf setzt dass es möglichst stark nach Toilette und WC-Spray riecht. An sich eine wirklich gute MarketingIdee, denn uns ist das sehr stark in Erinnerung geblieben.

Klein aber fein so kann ein Burger sein

Bestellt haben wir einen hausgemachten Eistee (€ 3,50,-) und die Empfehlung des Hauses den Spear-Burger (€ 10,50.-). Den Burger kann man mit Onion Rings oder Fries bestellen, wobei die Onion Rings nicht hausgemacht sind und wir daher die Fries genommen haben. Der hausgemachte Eistee war keine Besonderheit aber auch nicht schlecht. Ich würde ihn trotzdem nicht unbedingt nochmal nehmen. Er hatte eine große Anhäufung von frischen Minzblättern drinnen wodurch das der vordringliche Geschmack geworden war. Das finde ich im Mojito total super, aber in diesem Eistee war es nicht passend.  

Unser Spear-Burger kam nach kurzer Zeit und sah sehr lecker aus. Es waren zwei Dips dabei, Ketchup und Majo und dazu eine kleine Schüssel Fries. Der Spear-Burger bestand aus einem gegrillten Beef-Patty, Salat, karamellisierte Zwiebeln, Tomate, Gurke, Jalapenos, Guacamole, gegrilltem Bacon mit Cheddarkäse und rauchiger Whsikey-Sauce. Er war relativ klein. Gerade im Gegensatz zu anderen Burgerlokalen wie Weinschenke wirklich deutlich kleiner. Alle Zutaten waren sehr fein geschnitten und gut auf einander abgestimmt. Der Burgerbun war ausgezeichnet und sehr lecker. Leider war der Burger halt etwas klein ansonsten waren wir sehr zufrieden. Die Fries hingegen waren eine ziemliche Enttäuschung. Sie waren lapprig und fettig und nicht gesalzen. Also so ziemlich alles was schief gehen kann, war hier falsch. Als wir nach dem Essen mit dem Chef drüber redeten wurde uns gesagt dass es wahrscheinlich an diesem einen Erdapfel gelegen hatte, weil an sich die Fries immer super werden. Die beiden Dips waren gekauft und schmecken auch so.

Fazit

Das Spear hat einen guten Burger. Die Produkte sind nicht ausdrücklich Bio, wodurch der Preis für den doch kleinen Burger schon etwas hoch ist. Leider riecht es komisch im Laden. Die Bedienung ist extrem freundlich. Wir werden aufgrund der großen Konkurrenz beim nächsten Mal woanders hingehen.

Kontakt und Öffnungszeiten

Spear

Neubaugasse 15, 1070 Wien

Di-Fr: ab 12.00 Uhr, Sa: ab 11.00 Uhr, So: 11.00 - 18.00 Uhr

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