The Guest House Brasserie & Bakery

The Guest House Brasserie & Bakery

Auch ich lese regelmäßig die Bewertungen anderer Kollegen über die nettesten Mampf-Locations in Wien. Dabei ist mir schon öfters „The Guesthouse Brasserie & Bakery“ aufgefallen. Da ich einen morgendlichen Termin um die Ecke in der Innenstadt hatte, nutzte ich die Gelegenheit, in das Hotel Frühstücken zu gehen. Das Guesthouse liegt quasi gegenüber der Albertina in der Führichgasse Nr. 10. Schon von Weitem sieht man den großen Gastgarten und die Fahnen mit dem modernen Logo an der Fassade des Jahrhundertwende-Hauses. Fast wie ein kleiner Junge war ich gespannt, als ich die Türe aufmachte und hinein ging. Denn der Englische Designer Terence Conran durfte sich dort kreativ entfalten und das versprach einen tollen Laden. 

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Wenn man zu große Erwartungen hat, können diese auch um so mehr enttäuscht werden. Ich trat ein und blickte auf einen etwas dunklen, langweiligen Hotelspeisesaal. Marmortische, schwarze Stühle, Spiegel an der Wand. Nichts von einem hippen, kreativen, oder modernen Touch. Diese Trostlosigkeit überraschte und enttäuschte mich ziemlich. Das Lokal erinnerte mich an ein x-beliebiges Hotel. Das war also das tolle Guesthouse? Ich frage nach. Ein freundlicher Angestellter schaute mich etwas verwundert an und erklärte mir, dass das schon der richtige Laden sei.

Ein Hotel halt

Da alles für die Hotelgäste vorgesehen und reserviert war, wurde mir die Bar angeboten. Die Frühstückskarte ist nicht besonders groß, dafür waren die darauf enthaltenen Preise umso größer. So kostet beispielsweise das „Albertina Frühstück“ (ein Teller mit Schinken, Käse, Kräutertopfen mit Kresse, Ei im Glas, Butter, Marmelade) € 16,50,-. Oder das „Guesthouse Frühstück“ (ein Gals Saft, kleines Rührei mit gebratenen Pilzen, Spinat und getrockneten Paradeisern, Räucherlachs mit Zitronen-Crème Fraîche, Bein- und Rohschinken, Auswahl an Schnitt-, Weich,- und Hartkäse) € 21,50,-.

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Ich bestellte mir ein „Egg Florentine“ €9,-, einen Heidelbeersaft €4,50,-, einen Cappuccino €2,50.-, einen French Toast €7,50.- und ein Stück Kuchen. Beim Lesen der Getränkekarte fiel mir positiv auf, dass es urtypische österreichische Kaffeespezialitäten gab, beispielsweise einen Einspänner oder einen Fiaker. Das amüsierte mich sehr. Ich stellte mir sie Scharen an Touristen vor, die hier täglich einen Fiaker zum Frühstück bestellten und sich über die Österreicher wunderten. Österreicher mussten in deren Augen die schlimmsten Säufer der Welt sein, wenn sie ihren Morgen mit Schnaps im Kaffee starteten.  

Ich war erstaunt, als Essen und Getränke innerhalb weniger Minuten vor mir standen. Aber bei den Massen, die hier gefüttert werden wollten, war Effizienz wohl essentiell.  Mein Heidelbeersaft war okay, aber leider nichts besonderes. Das etwas mehr als zur Hälfte gefüllte Glas des Jogurtsdrinks war keine €4,5.- wert.

Der Koch, der mein „Egg Florentine“ zubereitet hatte, dürfte schwer verliebt gewesen sein. Es war salzig wie das Meer. Aber auch ohne das Salz war der kleine Toast mit Ei nichts Besonderes. 

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Fazit

Zusammenfassend muss ich sagen, dass ich auch nach einem zweiten Check-Up-Besuch ziemlich enttäuscht war. Den Laden selbst habe ich nicht besonders ansprechend gefunden. Es ist halt mehr ein Hotelspeisesaal als ein Lokal. Natürlich kann immer in der Küche was schiefgehen und das wäre auch nicht so schlimm, aber ein Ei mit Brot um neun Euro finde ich einfach nicht okay. French-Toast und Kuchen waren geschmacklich durchaus okay. Aber auch hier muss ich sagen, dass mein Toast eher überschaubar war und etwas größer hätte sein können. Die anderen Speisen kann ich nicht beurteilen, aber das Haus-Frühstück für € 21,50.- kommt mir auch dann teuer vor, wenn es gut ist. Das Personal war aber sehr aufmerksam, schnell und freundlich. Ich werde jedenfalls keinen weiteren Besuch im "The Guesthouse Brasserie & Bakery" mehr machen.

Kontakt und Öffnungszeiten

The Guest House
Führichgasse 10, 1010 Wien, Täglich 6:30 - 23.00 Uhr

Germteig-Sandwich in der Bao Bar

Germteig-Sandwich in der Bao Bar

Ulrich rollt die Augen

Ulrich rollt die Augen