Myanmar - Thailand (Tag 12- Tag 17)

Myanmar - Thailand (Tag 12- Tag 17)

Tag 12 bis 17: vom Dschungel ins Touristen-Paradies  

Ausgemacht war unser Airport-bzw.Harbor-Pick-Up für 8.30 Uhr. Wenn ich so drüber nachdenke: Die bisherigen Reisetage über, war 8.30 Uhr für uns fast täglich der Zeitpunkt an dem wir irgendwo abgeholt wurden. Und ebenso, wie eine gut geölte Maschine, hatten wir  uns alle bereits auf das morgendliche Prozedere eingestellt. Yoga, Selfie, Bereitstehen. Nur Rucksackpacken war diesmal leider nicht so der Hit. Drei Nächte im tropischen Freien hatten all meinen Gewand eine schöne Grundfeuchtigkeit gegeben. Es fühlte sich an wie frisch aus der Waschmaschine. Einzig der modrige Holz-Geruch der Bambushütte und das Kleingetier, das in allen Falten versteckt als Bilder-Passagier mitreisen wollte verrieten Anderes. Ich wartete als Erster beim Auto. Frühstück war für mich heute nicht drinnen. Ein Bienenschwarm war gekommen um sich am Frühstücksbüffet zu laben. Ich war ziemlich genervt. Immerhin hatte ich ja dafür bezahlt und diese Bienen nicht. Das Personal von Arts River View Logde sah das anders. Mit morgendlicher Gemütlichkeit saß man umher und spielte am Handy. Ich war echt froh als wir losfuhren. 

Die anderen schliefen dann am Weg zum Hafen und so vergingen die drei Stunden gefühlt gar nicht. Wir erreichten den Lomprayah-Speed-Boot-Pier gegen 12.00 Uhr. Ab nun war Dani für die Reise verantwortlich. Wir hatten ja bei der Planung unsere Reise in nach Gebiete aufgeteilt. Jeder durfte dann einen Teil des Urlaubs planen und buchen. Mein Bangkok-Teil war ja bereits am Anfang erledigt gewesen. Danach waren alle waren erschöpft und etwas raunzig. Also ein Erfolg. So sind Städtebesuche. Dann waren wir in Myanmar. Alex wollte dafür zuständig sein. Allen hat es gut gefallen. Nun gerade, konnten wir den Dschungel-Teil der Reise hinter uns lassen, an den ich mich mit gemischten Gefühlen erinnere. Die Unterkunft und die letzten Tage waren mehr Survival-Camp als an Urlaub. Dafür aber waren der gestrige Tages-Trip und das Elefanten-Sanctuary wirklich cool.

Jetzt brachte uns eine High-Speed-Fähre nach Koh Samui. Es war der letze Teil der Reise. Sechs Tage auf einer Insel. Dani hatte uns ein AirBnB gebucht. Mehr wusste ich nicht davon. Ich wollte mich überraschen lassen und habe seine ausführliche Beschreibung nicht gelesen. Nur mit "Ja super" zugestimmt. Außerdem war Urlaub und ich hatte auch keine Lust mich mit zu Viel zu befassen. Man entlarvte mein Unwissen aber bald, als ich Marlene fragte zu welchem Air-Port wir denn nun fahren würden. Sie blickte mich nur entsetzt an.

Als wir die Insel erreichten sollte uns das Auto der Lomprayah-Speed-Boat-Firma zu unserem AiBnB bringen. Es war so ein Angebot das uns auf der Fahrt angedreht wurde. "Nur 150 Baht egal wohin". Am Pier standen dann einen Haufen von Kleinbussen für alle Aussteigenden bereit. Die Fahrer wollten ihre Taxis ganz mit Gästen auffüllen. Alle wurden gefragt wo sie denn hinwollten und da eigentlich alle in etwa die gleiche Richtung bzw.. zu den selben Hotel wollten konnten sie gut zusammen transportiert werden. Wir waren eine Ausnahme. Da wir ein Airbnb hatten und nicht am Hauptbadeort wohnten könnten wir zu keiner Gruppe gepackt werden. Es müsste also eine extra Fahrt nur für uns gemacht werden. Alle Taxifahrer lehnten ab. Sogar der letzte der letzte der keine anderen Touristen bekommen hatte fuhr lieber alleine weg, als uns nach Hause. Aber Reiseleiter Dani betörte die Verantwortlichen die dann wiederum einen Taxifaher dazu bewegen könnten uns doch mit zu nehmen. Der sah zwar aus wie ein Drogenbaron und Marlene hatte Angst um ihre Organe, aber schlussendlich erreichten wir unser Haus. Und zahlen mussten wir wirklich nur 150 Baht und Marlene durfte ihre Organe behalten. 

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Wir wurden von drei Thailändern und einem Kleinkind begrüßt. Die eine der beiden Frauen sprach sehr gut Englisch. Sie stellte sich als die Verwalterin des Grundstückes vor. Wie ich es verstanden hatte gehörte der Strandabschnitt und das Grundstück ihr und sie hatte es einem Schweizer Millionär verpachtet. Er dafür nutze das Grundstück in dem er eine absolute Luxusvilla darauf erbaut hatte. Bis auf eine Woche im Jahr wurde alles auf Airbnb vermietet.

Das Zentrum des Hauses war der 25 Meter lange Pool. Aber das Grundstück befand sich ja direkt am Stand und man könnte eine Türe aufmachen und ins Meer Baden gehen.

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Neben dem Haupthaus, in dem sich das Wohnzimmer und die Küche befanden, gab es auf dem Anwesen noch sechs Nebengebäude. Jeder von uns bezog dann ein eigenes Haus mit Schlafzimmer und Bad. Im hinteren Teil wohnten Bim, seine Frau und ihr Kind. Sie waren die Haushälter. Egal was wir brauchten, sie würden sich darum kümmern. In der Garage standen ein Auto und zwei Mopeds für uns bereit. Da wir gerade die Bambushütte hinter uns gebracht hatten wirkte das alles umso beeindruckender auf uns. Alle waren überwältigt und gaben irgendwelche zustimmenden Geräusche von sich. Trotz meiner Liebe zum Hedunismus, fand ich so viel Luxus schon dekandent. Doch der Mensch ist ja zum Glück ein Gewohnheitstier und nach ein paar Tagen planschten wir mit Cocktails wie in Hiphop-Videos im Pool, während unser Haushälter den Geschirrspüler einräumten.

Immer wenn wir morgens aufwachten war das Wohnzimmerhaus komplett gereinigt und aufgeräumt, der Pool von Blättern befreit und alle Badetücher frisch gewaschen. Urlaub könnte schlimmer sein dachte ich mir.

Die nächsten Tage waren dann nicht so abwechslungsreich wie die davor. Es war eher Nichtstun angesagt. Die meiste Zeit lagen alle am Pool umher, tranken Cocktails und naschten Chips.

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Wie immer wollte ich mehr. So habe ich mich mit dem Auto auf den Weg gemacht die zu entdecken. Etwas neben unserer Villa kam ich dann an Rocky Resort vorbei. Da hatte meine Schwester vor vier Jahren geheiratet. Schnell musste ich noch aussteigen um ein Selfie für die Familenwhatapp Gruppe zu machen. Wenn schon die Beiden nicht wieder hier waren würden sie wenigstens nerdig sein.  Die großen Strände in Samui erinnerten mich dann ein wenig an Lignano. Liegestuhl neben Liegestuhl, Hotelanlage neben Hotelanlage, Tourist neben Tourist. Die Straßen hingegen waren wie sonst in Thailand. Sie sahen auch hier aus wie wenn ich einen Mürbteig ausrolle. Dort wo man die enden normalerweise beim Teig mit dem Messer abschneidet um sie schön gerade zu machen, hat man scheinbar beim Asphalt ein Problem. Wo die Schlaglochstrasse ihr Ende findet, da wo man bei uns den Gehsteig erwartet ist es hier einfach aus. Der Asphalt ist wild ausfransed und sieht eben wie ein Teig aus. Das und das Fahren auf der anderen Straßenseite hat dann einiges an Gewöhung bedurft. Der Spiegel und die Beifahrerseite litten etwas unter meinen Schwierigkeiten die Abstände der neuen Seite einzuschätzen. Nach meinen ersten Ausflügen dachte ich ich wäre Stunden unterwegs gewesen als ich 15 Minten später schweißgebadet vom Caffeeholen neben zurückkam. Aber auch das wurde besser und ich fühlte ich schon fast einheimisch, als ich zweiten Tag mit 35km/h zwischen unzähligen Mopeds über die Landstraße fegte. Auf Tripadvisor war Boys Organic Coffee mit Abstand der am Besten bewertete Caffee in Samui. Als ich am Morgen hinkam, warteten bereits ein junges amerikanisches Pärchen und ein älteres Pärchen aus Südafrika im Laden. Genau wusste keiner wann der Besitzer kommen würde. Er hatte gemeint er wollte erst mal Duschen gehen. Wir alle unterhielten uns über unsere Urlaube. Das Pärchen aus Südafrika erzählte mir sie kämen seit fünf Jahren hier her nach Samui. Da sie beide guten Caffee in der früh wollten, hatten sie sich nun extra im Hotel neben dem Caffeeladen Boys Organic Coffee einquartiert. Nach wochenlangem Entzug war sein Caffee dann auch wirklich sehr lecker. Ich musste dann zwar schnell wieder fahren um auf Klo zu gehen aber bin die nächsten Tage immer wieder hin.

Unser Haushälter Bim erzählte uns am zweiten Tag hier von einer Strandparty etwa einen Kilometer das Meer entlang. Nachdem es dunkel wurde machen wir uns auf den Weg. Im Dschungel hatten wir gelernt als Gruppe ware Höllenwege zu durchqueren. Trickreich wie McGyver drehten wir unser Händylampenlicht auf und gingen los. Überall bewegte sich der Untergrund. Marlene war panisch als sie sah dass überall kleine Krebse vor uns am Stand davon liefen. Am Ende des Kilometers hatten wir gefühlt Bekanntschaft mit jedem Krebs auf Koh Samui gemacht. Die Reise wurde aber belohnt. Wir waren auf einem lokalen Standfest, ähnlich einem Kirtag angekommen. Es gab etwa 80 Stände wo Essen frisch gebraten wurde, Cocktails und eine große Bühne. Dort trat spielte man amerikanische Oldies und Thailändische Hits. Ein Dj/Moderator forderte die Besucher auf zu kommen und zu singen. Hier und da traute sich jemand auf vor die Menge und es gab eine Karaokeshow. Wir setzten uns zwischen Gruppen von thailändischen Familien, die mit Opas, Omas und vielen Kindern gekommen waren und verkosteten Drinks wie Ashtray. Etwas wo der Barkeeper einfach von jedem Schnapps den er hatte etwas im Glas kippte. 

Und so vergingen die nächsten Tage. Wir konnten alle viel chillen uns sonnen und erholen. Ich lernte beispielsweise, dass man bei Tinderdates in Thailand aktiv fragen muss ob man tatsächlich ein Mädchen trifft. Bzw. dass wenn man das nicht tut man  unter umständen von einem Ladyboy überrascht wird. Beim gemeinsamen kochen entdeckten wir im Supermarkt welche große Vielfalt an Meeresgetier es doch in Wahrheit im Meer gibt. Ganz anders als bei uns wo es hauptsächlich Fischstäbchen und andere TK Produkte von Iglo gibt. Wir waren fasziniert.

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Die Abende verbrachten wir dann meistens zusammen und übten uns am Thai-Curry-Kochen und am Probieren von ausergewöhlichen Fischen. Dass wir selbst kochen konnten und unser eigenes Heim hatten, war wirklich cool.

Hinweise und Links zu dem Artikel

Unser Air BnB auf Koh Samui: Luxury Beach Front

High Speed Fähe nach Koh Samui

Bester Caffee auf Koh Samui: Boys Organic Coffee

 

 

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