Myanmar - Thailand (Tag 18)

Myanmar - Thailand (Tag 18)

Tag 18: One night in Bangkok and the world's your oyster

Es war der letzte Tag in der Millionärsvilla. Mittags würde uns unser Haushälter Bim zum Air-Port fahren. Viel bekam ich die letzten Tage nicht, von der bisherigen Morgenroutine, mit. Alex und ich bewohnten ja separate Gebäude. Wenn ich gegen acht Uhr aufwachte, war Morgenyoga meist schon lange erledigt. Dann turnte er mit der Kamera auf irgendwelchen Felsen vor Meereshintergrund umher. Begeisterung machte sich breit. In den letzten Wochen war seine Social Media Reichweite gestiegen. Das pushte umso mehr. Ich fragte mich ob es sich für einen Like wirklich auszahlt auf den Felsklippen im Meer einen Knochenbruch zu riskieren, wusste aber keine Antwort.

Merkwürdigerweise hatte mich vorgestern ein Sonnenstich erwischt. Und das obwohl ich mich den ganzen Tag über immer wieder im erfrischenden Polwasser abgekühlt hatte. Es waren tolle zehn Stunden Sonnenbaden. Nur meine rote Haut, Kopfweh und etwas Schüttelfrost wiesen darauf hin, dass die Sonne hier in Thailand doch etwas anders ist, als ich sie gewohnt war. Den ganzen gestrigen Tag musste ich dann schlafen und etwas brechen. Als ich heute aus meinem Bungalow ging, war Alex schon auf. Es war wieder Fotostunde. Also eh alles wie immer. Die Hauskatzen wurden zum gefühlt hundertsten Mal beim Ablecken ihrer Genitalien festgehalten. Ich nutzte die Gelegenheit und schlich mich in ein Foto ein. Wiederwillig wurde auch ich abgelichtet. Aber ich bin eben nicht so like-able wie Katzen und so ging ich Packen.

Marlene und Dani frühstückten in Ruhe. Wir hatten Unmengen eingekauft und nun wurde versucht, so viel zu verkochen, wie nur irgendwie möglich. Gegen zehn Uhr verabschiedeten wir uns von Allen und Bim brachte uns mit seinem Auto zum Flughafen. Der Koh Samui-International-Airport gefiel uns allen dann richtig gut. Ähnlich wie im Dschungel gab es eine große offene Hütte aus Holz und Bambus. Hier fanden der Ceck-In und Security-Check statt.

Unter freiem Himmel vorbei an Parndorf-änlichen Gebäuden ging es dann zu beschatteten Holzbänken. Rund herum war alles grüne Wiese. Wir warteten in Mitten eines Trumpschen-Golfplatz-Altenressorts auf den Abflug. Die Maschine war dann ähnlich skurril. Sie bot Platz für vielleicht 40 Personen. Dementsprechend winzig war sie von außen anzusehen. Wir kletterten über eine winzige Treppe hinein. Als die Maschine versuchte abzuheben dachte ich kurz wir müssten mit unseren Händen wedeln um sie dabei zu unterstützen, aber das leise beten der Stewardess dürfte genug gewesen sein. Wir haben ab und befanden und auf dem Weg nach Bangkok.

Am frühen Nachmittag waren wir in Bangkok angekommen. Der Flug von Koh Samui mit Bangkok Airlines dauerte nur eine Stunde. Trotzdem gab es sogar Mittagessen: Chicken-Curry mit Rice. In der vorbereiteten Schale sah das dann zwar wie Erbrochenes aus, schmeckte aber ganz gut.

Wir blieben nur mehr eine Nacht in Bangkok. Ich wollte meinen Rucksack gleich am Flughafen lassen. Der Bangkok-Airport bietet um 150Baht pro Tag bei Ebene 2/Gate4 eine Gepäckaufbewahrung an. Hingehen, Pass-Zeigen, Daten-Ausfüllen und ich war befreit vom allem. Den anderen war das zu unheimlich. Wie sollten sie bloß 24h lang ohne Koffer auskommen? Also wurden Unmengen an Gepäck umher getragen. Diesmal hatte ich kein Happy Taxi organisiert. Es war aber noch leichter als gedacht. Im oberen Geschoss des Airports befinden sich private Fahrdienstleister. Für rund 1300Baht wird man im gekühlten Kleinbus in die Stadt gebracht. Ein Stockwerk darunter befinden sich die öffentlichen Taxistände. Wie beim Magistrat kommt man an einen Automaten, der eine Nummer und das Kennzeichen des Taxis ausspuckt. Dann wartet man bis die Nummer auf einem der hundert Displays erscheint. Bei uns hat das keine fünf Minuten gedauert. Die Fahrt mit dem öffentlichen Taxi war dann zwar zu viert nicht wirklich gemütlich aber für 600 Baht für die eine Stunde schon okay.

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Für unsere letzte Nacht hatte ich ein anderes Hotel gebucht. Im vVorhinein dachte ich, dass ein etwas teureres Zimmer abseits der Partymeile Kao San, für die sicher anstrengende Nacht, mehr Entspannung bringen wird. Als wir im der "Villa Phra Sumen" ankamen wurde ich ziemlich überrascht. Neben der Hauptstraße begrüßten uns Presslufthammer und Baugerüste. Es hatte wenig von der idyllischen Oase, als die das Hotel im Internet beworben war. Unsere letzte Nacht hier sollten wir also auf einer Baustelle verbringen.

Aber wir hatten ohnehin nicht vor im Zimmer zu bleiben und gingen gleich wieder los. Dani und Alex wollten sich noch eine langanhaltende Erinnerung an unseren Aufenthalt mitnehmen. Also taten wir das Sinnvollste was uns dazu einfiel und gingen wir ins Tattoo-Studio. Marlenes Begeisterung als wir dort reinkamen hielt sich sichtlich in Grenzen. Mit allen Tricks der Krankenschwester versuchte sie ihren Freund Dani noch zu stoppen: Es wurden Geschichten von spontaner Sepsis und Elektroschock-Therapien ausgepackt. Aber allen Warnungen zum trotz wurde dann "Nichts" tätowiert. Nämlich in Burmesisch. Tapfer wie Indianer taten die Beiden so als würde es nicht wehtun, sondern eigentlich eine Genugtuung sein und nach rund zwei Stunden war es geschafft. Alle lebten noch noch und waren erfolgreich tätowiert. Es war unsere letzte Nacht in Asien und nun wurde entschieden was wir machen würden. Marlene sprach seit drei Wochen von eigentlich nichts andrem als von der PingPong-Show die sie in jedem Fall besuchen wollte. Wir anderen drei respektieren ihren Wunsch und einigten uns darauf mit ihr ins Sex-Viertel Bangkoks "Patpong" zu fahren.

Der Taxifahrer wollte wissen, ob wir zum Night-Market nach Patpong wollten oder lieber zur Pingpong-Show. Da wir auch nicht so genau wussten und PingPong ja sicher am Programm stehen musste verständigten wir uns mit ihm auf PingPong. Viel mehr konnten wir ohnehin nicht sagen, da der Fahrer eigentlich Thai mit uns sprach und wir nur lachend immer wieder die Worte PingPong bzw. Patpong wiederholten. Irgendwann bog unser Taxi dann in eine sehr ominöse Seitengasse ein und blieb in einem verlassenen Hinterhof stehen. Der Fahrer deutete uns "PingPong". Marlene war begeistert und wollte gleich hin. Uns drei Burschen kam ein verlassener Hinterhof irgendwo in Bangkok doch etwas suspekt vor. Dem Fahrer erklären wir "Night Market". Den restlichen Abend, bzw. auch heute noch erklärt Marlene, dass wir ihr die Chance auf die "echte" PingPong-Show genommen hatten. Wir anderen aber waren froh dann wieder zwischen Leuten zu sein und spazierten durch den PatPong-Market, der dann zum Sexviertel wurde. 

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Wir staunten dann nicht schlecht, als wir dann durch die weiteren Gassen gingen. Es blinkte und aus den offnen Eingängen dröhnte Musik. Überall wo ich hinschaute sah ich leicht bekleidete thailändische Damen. Ich wurde angelächelt und angewinkt. Von allen Seiten kamen zusätzlich irgendwelche Typen auf uns zu und zeigten uns Menükarten für Sex-Shows. Darauf war dann das Programm für die lang ersehnte Ping-Pong-Show zu lesen. Das ging von "Ping Pong", über "Pussy Smoke Cigarettes" zu "Pussy Shoot Balloon" bis hin zu "Pussy Blowing Candle". Also volles Programm. In etwa 20m Höhe, über unseren Köpfen, schlängelten sich ebenfalls leicht bekleidete Damen rund um Stangen, während sie uns zuwinken. Da wir nicht genau wussten, wo wir nun eigentlich anfangen sollten, entschieden wir, dass wir von dort wahrscheinlich den besten Überblick über das Geschehen haben würden. Ein freundlicher Türsteher brachte uns dann mit dem Lift in den obersten Stock. Es natürlich etwas merkwürdig wie im fünf Sterne Hotel, von einem Angestellten im Lift begleitet zu werden, der nur dafür da war den Knopf zu drücken. Aber gleichzeitig schien es eben auch im Stripclub normal zu sein. Als unsere kleine Touristengruppe dann eintrat lächelten die Mädels weiter, freuten sich und ein Kellner brachte uns zu einem Platz. Ein paar Drinks, super Musik und viel Geglotze später war Marlene fad. Es gab ja immerhin keine Männer, nur Frauen rekelten sich hier halbnackt um Stangen. Also zogen wir weiter. Die Entscheidung wohin wir nun ziehen sollten fiel nicht leicht. In manchen Clubs waren gefühlt hundert Frauen tanzend an den Stangen, es gab SM-Shows und da waren ja auch noch die Ping-Pong-Menükarten an jeder Ecke. Also taten wir, was der mittlerweile betrunkenen, Reisegruppe am sinnvollsten erschien: Wir folgten einem der Thais, mit Ping-Pong-Menükarte, in das Lokal "Super Pussy". Ältere Damen zogen sich dort auf der Bühne aus, stecken sich einen Haufen Ping-Pong-Bälle rein und feuerten diese durch den Laden. Andere Touristen waren ganz begeistert und jubelten. Teilweise entstand dann schon fast ein Match: Wie ein alter Roger Federer, hantierte, mir gegenüber, ein betrunkener Tourist im Hawai-Shirt mit seinem Schläger. Ich fand das ganze eher nur eklig. Nachdem mich mehrere Bälle getroffen hatten wollte ich gehen und glaube, dass ich mein Verhältnis zu Ping-Pong-Bällen nur mehr beim Therapeuten wieder hergestellt werden kann. Nach der Erfahrung, auf die ich im Nachhinein gesehen, wirklich verzichten hätte können, entscheiden wir uns in die Männer-Straße zu gehen. Dort waren eine Bar, für Männer, die gerne Männer ansehen, neben der andern. Im hinteren Teil entdecken wir ein Schild, mit einer Aufschrift, die mehr oder weniger sagte: "Wir befriedigen Alle unsere Kunden". Das wollten wir überprüfen und gingen rein. Zentral, um eine Art Laufsteg, war dann das ganze Lokal aufgebaut. Wir bekamen noch die letzten vier Plätze ganz vorne an der Bühne. Marlene war gleich begeistert- wir konnten von unseren Plätzen aus, in die offene Umkleide reinblicken. Dort sah man dann immer wieder einen nackten Arsch oder Penis herumhängen. Wir blieben dann rund zwei Stunden. Es war einen total unterhaltsame Show. Etwas zwischen Kabarett und Modeshow. Zusätzlich saß uns eine Gruppe von etwa zehn chinesischen Touristinnen gegenüber. Ihre verschrockene Reaktion auf das Geschehen das sich auf der Bühne abspielte zu Beobachten war vielleicht das Besten am Ganzen.

Ein paar Strip-Show später entschieden wir uns wieder zur Kao San Road zu fahren um dort weiter zu trinken. Marlene war zwar nicht ganz zufrieden, da sie noch einige der Shows nicht gesehen hatte, aber sie musste sich der Gruppe fügen. Die Kao-San war mittlerweise zur kompletten Party-Maile mutiert. Jede Bar versuchte lautere Musik als die daneben zu machen. Auf der Straße vor jedem Lokal hatte sich eine Traube von Touristen gebildet die aus Kübeln Alkohol tranken und tanzten. Wir gesellten und dazu und blieben bis alle zumachten. 

 

 

Myanmar - Thailand (Tag 12- Tag 17)

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