Esst mehr Austern - TransGourmet hat geladen

Esst mehr Austern - TransGourmet hat geladen

Nach super netter Begrüßung fällt direkt auf, dass der Ort der Veranstaltung ein klein wenig ungünstig gewählt ist. Das “Kleinod Prunkstück” im ersten Bezirk ist eine durchaus stilvolle Bar mit angenehm gediegener Atmosphäre. Nur leider etwas dunkel, sodass die Beurteilung der dann direkt als Apetizer servierten “vegetarische Auster” auch etwas schwer fällt, da alles recht dunkelgrau aussieht. Aber Moment: vegetarisch? Ja, das sei a bissl a Gag, wird enthusiastisch erklärt. Mit Austernblatt – das heiße wirklich so! – und einem Tupfer Creme Fraiche und Salty Fingers und noch anderen Kräutern. Schmeckt auch tatsächlich nicht schlecht, ein bisschen nach Sauerampfer. Der Haupteindruck ist allerdings eine etwas merkwürdige Mischung aus knackig und lasch. Über den Gag kommt es dann auch leider nicht hinaus. Zumal man es auch mit den Fingern aus den Holz Schälchen nehmen muss. Vom bekannten Schlürfen also hier nichts. Als Aperitif dazu wählen wir einen der Signature Drinks des Prunkstücks, einen Amore Mio. Ein Cocktail auf Rumbasis mit Thymian. Den Thymian schmeckt man nicht wirklich raus, es ist ein bisschen Geruch, Aroma, aber eher homöopathisch.

Dann kurze Einführung und Vorstellung der TransGourmet und wieso die Firma einfach so supi sei: in neun verschiedenen so und so – fast alle 15 – mehr als 25.000 – und und und alles vollkommen Bio, vollkommen natürlich, und eh vollkommen supi. Sei's drum. Dann stellt Weingut Weyerhof einen “ganz besonderen” Schuamwein vor, bei dem jede Flasche nach der Lagerung und vor der finalen Abfüllung einzeln unter Wasser geöffnet werden müsse, weil mehr Druck als sonst üblich, und sonst die ganze Küche vollgespritzt werde. Auch gut. Sorge irgendwie für besonders feine Perlage. Ja in der Tat, sehr guter Schaumwein. Mundet. Gerne noch ein Glas.

Dann gibt es bereits auch das Hauptgericht. Lachs auf Pasta mit Muschel-Weißweinsauce. Und da ist es wie mit den meisten eh voll guten Zutaten, wenn sie dann auch noch von eh voll guten Köchen zubereitet werden: Schmeckt eh voll hervorragend. Ganz oben auf dem Lachs ein kleines Häufchen verschiedener Kressesorten der Firma Herbeus Greens, wie der Koch Dominik Hayduck informiert. Unter anderem Erbesen- und Sakura Kresse. Die Kräuter stehlen dem Rest fast ein bisschen die Show, so gut toppen sie das Gericht. Gefällt!

Dann überrascht kurz, dass das Getränk inzwischen doch nach Thymian schmeckt. Selten, dass Cocktails über die Zeit, die sie auf dem Tisch vor einem stehen, besser werden. Sonst werden’s ja hauptsächlich nur wässrig vom dahinschmelzendem Eis und fad vom schwindenen und eventuellen glibbrig werdendem Geblatt. Nach dieser positiven Überraschung wenden wir uns dann mal den Austern zu. Die Anleitung, wie man die öffnet, ohne dabei Finger zu verlieren, interessiert uns weniger. Uns reicht das Probieren. Dabei erfahren Wie nebenbei allerlei funny Austernfacts und -tips, die der Fischsomelier – hört hört! – beim kontinuierlichen Austernaufhebeln sermonartig so von sich gibt:

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Casanova habe am Tag 50 Austern gegessen. / Die Franzosen äßen ja auch den Muskel mit, der sei aber nicht so dolle. Wie Apfel mit Kerngehäuse essen. / Der Kaiser habe damals ein Austernverbot verhängt. / Einwurf aus dem Publikum: In Nizza werde auch Mayonnaise dazu gereicht. / Nur essen, wenn geschlossen. / Zitrone sei ein Trick der Reichen, damit man die Auster nicht so schmecke. / Wenn man sie öffnet, und einem schon fauliger Geruch entgegenschlägt, dann weg (besonders hilfreicher Tip). / Und so weiter und so weiter. – Naja, reicht uns dann auch langsam, Wir packen zusammen und austern uns davon. Auf irgendein Dessert, das noch auf dem Menü stand verzichten wir.

Fazit

TransGourmet eh super, Austern eh super, Weyerhof Schaumwein extraordinär eh super. Alles super. An alle schwerreichen Hoteliers, die mitlesen (zwinker, hust): Kauft bei TransGourmet

Die beiden Bilder in diesem Artiel wurden beim (c) Bernhard Schramm gemacht.

Frühstücken im Edison

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