Die Wiese

Die Wiese

Direkt vorab: Sehr sehenswerter Film, sollte man sich anschauen! Ein Film über eine Wiese? Ja absolut. Denn: Es sind wirklich ganz vielen Stellen sehr tolle Aufnahmen von bemerkenswerten Naturmomenten. Z.B. ist die Kamera quasi mit im Vogelnest beim Brüten, wir sind direkt dabei, als zwei Rehkitze zur Welt kommen und verfolgen sie dann ein Jahr lang beim Aufwachsen im Umkreis der Wiese, wir schauen Grillen beim Ringkampf zu, und noch vieles mehr. Und dabei sind auch oft die Aufnahmen und Bilder selber das Bermerkenswerte. Wir sehen tolle Nahaufnahmen, Drohnenflugbilder, Zeitraffer von wachsenden Pflanzen und Kamerafahrten durch die hohen Gräser und Kräuter, die fast ein bisschen an Terrence Mallick denken lassen.

Das trägt dann auch über die etwas schwächeren Stellen des Filmes. Denn der hat auch ein paar problematische Stellen. An ein, zwei Stellen weicht der Film von seinem eigentlich mit dem Titel gesetzten Thema ab und wird etwas unpräzise. Z.B. bleibt offen, was der vorgestellte Knallpilz, der explizit nicht auf der Wiese, sondern im Wald wächst, denn trotzdem mit jener zu tun hat. Überhaupt fragt man sich das bei den kleinen Schlenkern in den angrenzen Wald. Manchmal lässt der Film sich hinreißen und kitscht ein bisschen zu sehr in der Mystifizierung der Natur: der Fuchs fühle sich “wie magisch” von der Wiese angezogen, zuvor langsamer Schwenk auf die Wiese zu Chormusik. Das hat der Film eigentlich nicht nötig. Dann ist er mal etwas zu albern, wenn z.B. das “Heuschreckenorchester” mit klassischem orchester hinterlegt ist. Und an Stellen ist er auch etwas zu pathetisch: Wieder dramatischer Chor, als der Traktor zum Mähen kommt.

Insgesamt aber ein absolut lohnender Naturfilm! Es ist ja selten genug, dass die epischen Naturaufnahmen, die im öffentlich-rechtlichen Fernsehen sonst nur laufen, mal ihren Weg auf die große Leinwand finden, die der viel richtigere Ort dafür ist. Umso besser, dass es mal nicht um die inzwischen kaputtgefilmten Affen und Löwen und Robben geht, die man ja kaum noch sehen mag, sondern um etwas auf den ersten ersten Blick so unspektakuläres und wortwörtlich so naheliegendes wie eben die Wiese. Aber das, so zeigt dann ja gerade der Film, ist eben ein Irrtum. Wiese, absolut sehenswert!

Die Wiese, 93 Minuten, Regie Jan Haft, im Kino ab 29.3.
Titelbild: Copyright Einhorn-Film
Trailer: Die Wiese

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