Iron Sky – The Coming Race

Iron Sky – The Coming Race

Schnell zum Anfang: Worum ging es noch mal im ersten Teil? Um es kurz zu machen: Nazis auf dem Mond. Achja, genau! Und das reicht auch eigentlich to catch up. Denn auch wenn der Film sich bemüht, die Kontinuität zum Vorgänger aufrechtzuerhalten, muss man den eigentlich nicht unbedingt gesehen haben für Teil zwei. (Und zum Beispiel ist der Sarah-Palin-Präsidentin-Gag auch für mehr als gezwungene Kontinuität nicht gut.) Erstmal positiv für den Film nimmt die Wahl der Hauptfigur ein: Obi Washington ist die Tochter irgendwelcher Figuren aus Teil eins (unwichtig) und will unbedingt die durch Ressourcenknappheit vom Aussterben bedrohten letzten Menschen in der halb zerstörten ehemaligen Nazi-Mond-Basis retten. Dabei gefällt, dass das im Trash- und Exploitationfilm offenbar so ganz ohne Probleme möglich ist, so ausdrücklich eine shcwarze Frau zum Träger eines Action-Sci-Fi-Films zu machen. Und es dann überhaupt nicht zum politischen Thema macht. Denn: Wieso sollte die Hauptfigur in einem Film über Nazis auf dem Mond und das postapokalyptische Ende der Menschheit auch nicht eine weibliche PoC sein? Daumen hoch dafür.

Aber zurück zum Film: Obi Washington will irgendwie die Menschen retten. Und dazu muss sie von den Nazis auf dem Mond zu den Reptilienmenschen in der hohlen Erde. Und damit auch gleich zur Sache: Es sind so viele Verschwörungstheorien und wirren Ideen, die ja seit Jahren im Internet vor sich hinfaulen, in diesem Film verarbeitet, dass es schwer ist, das irgendwie wiederzugeben. Es sei kurz gesagt: Fast nichts (an Wahnsinn und Absurdem), das dieser Film nicht hat: Mondnazis, Hohle Erde, Reptilienmenschen, Apple als Religion, Dinosaurier, den heiligen Gral, Aliens, Udo Kier in einer Hitler-Doppelrolle, und und und. Das Handlungsgerüst, das all diese Flicken zusammenhält, ist dabei merklich dünn: Unsere Heldin muss gegen Widerstände irgendwo hin, um unter Gefahr irgendwas zu holen, das irgendwie bei irgendwas hilft. Aber so ist das ja meistens bei bewusstem Trash. Das ist auch nicht so schlimm, wenn man sich gern einfach amüsieren lassen will. Ein bisschen Schade ist nur, dass viele der Szenen, die lustig sein sollen, so simple auf dumme Klischees zurückgreifen (Z.B. wiederkehrendes Kräftemessen zwischen zwei offensichtlich völlig ungleich starken Männern um die Gunst unserer Protagonistin. Please.) . Und diese Klischee-Motive sind dann auch noch schwach umgesetzt, sodass man dann auch anfängt sich an den billigen Plastikpflanzen zu stören, die den innerirdischen Urwald mimen.

Beste Szene: Ein Stahltor in der Nazi-Mondbasis sprengt auf und herein galoppiert, auf einem Tyrannosaurus, Udo Kier als Reotiloiden-Hitler und erklärt diabolisch: Zeit zu sterben, Mutterfickerz!

Fazit: Wer eh den ersten Teil gesehen hat, wird sich den hier wahrscheinlich auch ansehen. Und wer auf Exploitation steht, wahrscheinlich eh auch. Und, wie gesagt, man kann sich durchaus unterhalten lassen. Fühlt sich aber insgesamt nochmals trashiger an als Teil eins und ist auch an vielen Stellen deutlich unpräziser. Geht aber schon. Kann man sich ansehen, ist gut bizarr.

Iron Sky – The Coimg Race, 92 Minuten, Regie Timo Vuorensola, im Kino seit 21.3.

Titelbild: Copyright Einhorn-Film

Trailer: Iron Sky

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